Wenn ihr ihn seht, grüßt ihn von mir

Eines Tages, er mag wohl schon ein halbes Jahr abgängig gewesen sein, bemerkten wir, dass der Staubsaugerroboter nicht mehr da war. Wir suchten in all seinen Lieblingsecken nach ihm; dorthin, wo er sich zurückzog, wenn er Zeit für sich brauchte oder einfach nur feststeckte. Unter dem Bett etwa, oder hinter dem Vorhang oder unter dem Regal in der Küche. Keine Spur, er war weg, dabei hatte er keinen Grund zu gehen. Er war all die Jahre wie ein Haustier für uns gewesen. Ein sehr dummes Haustier, dass man oft retten musste: unter dem Bett, hinter dem Vorhang, unter dem Regal in der Küche – er war eher der Neandertaler unter den künstlich intelligenten Haushaltsgeräten. Stundenlang wischte er geduldig seinen schlechten Sensoren trotzend dieselben zwei Quadratmeter des Flurs immer und immer wieder. Und war trotzdem so stolz auf sich und wir auf ihn. Bis dann der Akku leer war und er in seine Station getragen werden musste.

Weit gekommen dürfte er nicht sein. A. und ich vermuteten, er sei wie eine untreue Katze zu den Nachbarn gezogen. Etwa zur Katzenfrau in den zweiten Stock? Er saugte immer so gerne Angora.

Foto aus glücklichen Tagen:img_5149

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