Die Lotion, die kein Duschgel sein wollte. Und auch keine Lotion.

Jeder kennt wahrscheinlich den Moment, in dem man aus der Hoteldusche steigt und klatsch, schon ist man über und über mit der hoteleigenen Body Lotion einbalsamiert. Jene Body Lotion, die ungefähr so viel Feuchtigkeit spendet, wie ein Saharasandsturm und die deinem Körper wahrscheinlich zusätzlich sogar noch ein bisschen Feuchtigkeit entzieht. Jene Body Lotion, die du eigentlich nie mehr an deinen Körper lassen wolltest, weil du in einer Arztzeitschrift gelesen hast, dass die Haut leider ein sehr nachtragendes Organ ist, das sich nicht nur an jeden einzelnen Sonnenbrand erinnert, sondern auch an jedes einzelne Mal, an dem Hotel-Body Lotion an deinem Körper war. Jene Lotion, die dir fies ins Gesicht lacht, wenn sich herausstellt, dass die Lotion in Wahrheit gar keine Lotion ist! So stand ich also kürzlich im Bad eines Innsbrucker Hotelzimmers und kam mir ein bisschen blöd vor, als ich, über und über einbalsamiert mit der Hotel-Lotion, feststellen musste, dass die Lotion auch nach einer Viertelstunde herumstehen und warten noch nicht in die Haut eingezogen war, wie das Lotions eigentlich tun. Stattdessen war ich immer noch mit einem dickflüssigen, durchsichtigen Film eingesaut, mit dem ich unmöglich auf die Straße gehen konnte. Unglaublich! Ich hatte mich von einer Hotel-Body Lotion austricksen lassen, die in Wahrheit ein Duschgel war, so dass ich nach dem Duschen wohl noch einmal duschen musste, wenn ich nicht mit einem Ganzkörperschleimfilm in Innsbruck unter Leute gehen wollte.

Nachdem ich also eine Viertelstunde wie eine Idiotin darauf gewartet hatte, dass der Schmierfilm endlich einzog oder zumindest langsam wieder verdunstete, stand ich erneut in der Dusche, um mir die Body Lotion wieder abzuwaschen. Nur dass sich die Body Lotion nicht mehr abwaschen ließ! Die Body Lotion war nämlich nicht nur keine Lotion, sie war offenkundig auch kein Duschgel! Stattdessen reagierte die Lotion in Kombination mit dem Wasser zu einer öligen Substanz, die nun nicht mehr durchsichtig war, sondern weiß. Ich konnte also den Abend in Innsbruck anstatt mit einem durchsichtigen mit einem weißen Ganzkörperschleimfilm durch die Gegend rennen. Und das bei angenehmen 30 Grad. Eine Verbesserung war das ja nicht gerade. Die Wiener sind nicht nur komisch, sie sind auch noch unglaublich grauslich, würde es heißen. Wie schnell bringt man nicht eine komplette Stadt in Verruf. Schließlich verbrachte ich dann noch eine weitere Viertelstunde damit, mir mit Klopapier den Schleimfilm abzuwischen. Was lehrt uns das? Nichts. Denn wir können ja trotzdem nicht alle Hotel-Lotions künftig unter Geralverdacht stellen.

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