Die eine Sekte hatte recht: Hölle war gestern – morgen droht das Paradies!

Was mich ernsthaft stört ist, dass von der  Klimakatastrophe immer so geredet wird, als wäre sie etwas Schlimmes, was man unbedingt verhindern muss. Dabei steckt doch gerade in der Erderwärmung großes Potenzial, um aus dieser Welt endlich einen schöneren Ort zu machen. Grillen an Weihnachten, Baggersee-Beach-Parties an Silvester – wann gab’s denn das bitte? In den 80ern als wir noch keine Klimakatastrophe hatten, hat sich niemand daran gestört, dass alles scheiße war. Und dabei war es ordentlich scheiße. Möchte man kleinlich sein und alles aufzählen, was an den 80ern alles nicht passte, würde einem keine Schrecklichkeit einfallen, die es damals nicht gab. Tschernobyl, Smogalarm, Ozonloch, Asbest in Wänden, Decken und Fassaden, Bleirohre, Sahara-Feinstaub, radioaktive Leuchtarmbänder, saurer Regen, leergefischte Flüsse und Meere, Spritzmittel-Obst, Spritzmittel-Gemüse, Sonnenstudio-Hautkrankheiten – okay, die gibts noch – , Strommasten wohin das Auge reicht, Hallaysche Kometen, juckende Klamotten aus 100% Polyester – überhaupt war alles voller Plastik – LSD-Haut-Abziehbilder, Gentomaten und die Farbe türkis machten aus den 80ern nicht gerade das Paradies. Für die, die damals Kinder waren, war alles noch sehr viel schrecklicher. Es gab nichts, was man mit dem Verweis auf Krebs nicht nicht durfte. Fuhren wir vor 1986 noch frohgelaunt ins „Erdbeerland“ neben der Autobahn, so änderten sich diese Zeiten mit einem Mal schlagartig. Nicht nur Erdbeeren standen fortan auf der Liste der geächteten Lebensmittel, sondern auch Kartoffel und damit automatisch auch Pommes. Außerdem warnten Experten, man solle ja keinen Rosenkohl essen, als würde man je auf die Idee kommen. Man durfte nicht in der prallen Sonne spielen, weil Leute zuviel Haarspray brauchten, um ungefähr wie Madonna auszusehen und man durfte nicht mit Strommasten spielen, so verlockend es auch war. Man durfte keine Tintenkiller abschlecken und auch nicht Batterien und Füller. Trotzdem gab es immer wieder Kinder mit knallblauem Mund. Man durfte an der Tanke nicht das Fenster runter lassen und bekam stattdessen vom Shop ein Überraschungsei mitgebracht, wenn man es nicht tat. Dabei waren es gerade diese miesen kleinen „Überraschungen“, die einen neuen Gefahren aussetzten. Wie oft hörte man nicht, dass Kinder die kleinen Ü-Ei-Teile aus Versehen einfach einatmeten? Tja, das Leben in den 80ern war schon wirklich…verstrahlt. Tschernobyl war überall, da kam es auf die modischen radioaktiven Leuchtarmbänder wirklich nicht mehr an. Die Welt war so voller Gefahren, dass unsere Eltern richtig froh waren, wenn uns nur ein Stein aus dem Knie eiterte.

Wann hat Tschernobyl eigentlich aufgehört überall zu sein? Na egal, lass uns das irgendwann bei  Menschen bei Maischberger ausdiskutieren. Jetzt kann man auf jeden Fall wieder Erdbeeren essen und alles wird endlich geil. Glaube ich. Man darf sich einfach generell nicht so viele Gedanken um alles machen,  denke ich, während ich sorgfältig den krebserregenden grünen Strunk aus der Gentomate schneide.

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