Die Fetzen der Menschheit (wascht sie endlich mal)

Mein Wiener Quasi-Nachbar Freud sagte folgendes über Religion: “Religion ist der Vesuch, der Sinnenwelt, in der wir gestellt sind, mittels der Wunschwelt zu bewältigen […] Aber sie kann es nicht leisten. Ihre Lehren tragen das Gepräge der Zeiten, in denen sie entstanden sind, der unwissenden Kinderzeiten der Menschheit.” Wenn ich das frei interpretiere bedeutet dies wohl, dass, egal welche Religion auch immer, im Grunde für die Würst’ ist, weil sie falsche Hoffnungen weckt und die Menschen verarscht, indem sie vorgaukelt, etwas universell zeitloses sein, während sie doch nur ein verdreckter alter Fetzen aus vergangenen Tagen ist, den man sich besser im Museum anschauen sollte, anstatt sich in ihn einzuwickeln und so zu tun, als würde der schimmlige Kellermoder, der ihn umgibt und von dem wir so tun, als wäre er eine frische Meeresbrise an einem lauen Frühlingsmorgen, ein Beweis für unsere Qualität als Mensch im Unterschied zu den anderen Kellermoderfetzenträgern sein, die auch draußen rum laufen und sich mindestens genauso viel auf das alte Ding einbilden, weil es sie als vermeintlich bessere Menschen qualifiziert und sie sogleich von der Verantwortung entbindet, selber zu entscheiden, was gut und was böse ist.

In jeder anderen Welt würde man die stinkenden Fetzen zumindest einmal im Handwaschgang durchwaschen, obwohl man weiß, dass man ihn zumindest einmal mit 90 Grad ordentlich schleudern müsste, bevor man ihn (mit einem Stock oder einer langen Stange) wieder anfassen kann, ohne Ausschlag zu kriegen.

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