12 frische Monate zwischen Like und Verhau 3/3

Nachdem der September dann gegen Ende doch noch ein paar langweilige aber farblich schöne Tage ausspuckt, an denen man wahlweise eine Wachauschiffahrt oder eine Wanderung auf dem Bisamberg machen kann, zieht der Oktober ins Land und damit auch die Zeit, in der man das erste Mal wieder gefragt wird, was man denn an Silvester mache.

Restaurants und Lokale überbieten sich gegenseitig mit raffiniertestem Kürbisinterieur. Und auch sonst bekommt man kaum mehr eine Mahlzeit, die nicht mit einer Kürbisbeilage daherkommt. Die Wochenenden verbringt man bei einem Kürbispunsch auf irgendeinem Kürbisfest und ist man daheim, schnitzt man sich selber ein paar Kürbisschädeln zurecht, die man sich dann ins Fenster stellen kann oder nach zwei Wochen wegschmeißen, weil sie zu schimmeln anfangen.

Spätestens am 1. November ist dann aber Schluss mit Kürbis. Es regnet oft und es kommen Wochenendabende, an denen man sich freiwillig das Traumschiff auf ZDF ansieht, nur um auf dem Weg in eine angesagte Cocktailbar in der Innenstadt nicht zu Fuß von der Haustür zur U-Bahn gehen zu müssen, weil der einzige Schirm, den man noch nicht verloren hat, letztens von einer Windböe zerfetzt wurde.

Alles in allem kann man jedoch mit dem November durchaus ein gutes Auskommen haben, denn schließlich ist schon der nächste Monat der beste des ganzen Jahres. Da ich im Dezember Geburtstag habe, assoziiere ich diesen Monat automatisch mit jeder menge netter Events. Außerdem ist der Dezember voll von mysteriösen Angewohnheiten und Dingen, die man sonst niemals tun würde, wie Rum in den Tee kippen (warum der Tee?) und Orangenscheiben in Packerlglühwein schneiden (Orangenscheiben – wie dekadent ist das denn?). Und es ist gleichzeitig eine Zeit großer Genügsamkeit. Wann sonst holt man sich 24 Tage lang ein einziges Schokoteil aus einem Kalender, wo man normalerweise in fünf Minuten eine ganze Packung isst? Gut also, dass auch diese Zeit einmal vorbei geht und nach fünf Minuten sinnloser Böllerei wieder der gute alte Januar da ist. Diese Sau.

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