12 frische Monate zwischen Like und Verhau 2/3

Im Mai fängt das Jahr dann meistens an, Spaß zu machen. Die Freibäder sperren auf und die Aussicht, zumindest die Möglichkeit zu haben, sich neben wildfremden, halbnackten Mitmenschen auf Strohmatten vollgeschmiert mit Tiroler Nussöl der UV-Strahlung auszusetzen, stimmt fröhlich. Und doch weiß man, der Mai ist erst der Ausblick auf noch viel mehr wildfremde, sandverschmierte Halbnackte am Strand irgendwo an der oberitalienischen Adria und der spanischen Riviera. Die Vorfreude steigt analog zu den Temperaturen.

Der Juni ist einfach nur die Fortsetzung des Mai. Wie damals in der Schule zählen nun alle nur die Tage hin zum Urlaub. Die Facebook-Threads sind voll mit nervtötenden Urlaubsankündigen nebst verschwommenen Flugzeugtragflächen-Fotos vor Sonnenaufgang. Man hört oft Sätze wie “nein, das Hinterland und der Norden sind ganz, ganz anders” und “die Menschen dort sind so freundlich – obwohl sie so arm sind”. Und ist der Urlaub spätestens mit Anfang September dann bei den meisten vorbei, Sätze wie “es war schön, aber viel zu kurz”. Diejenigen, die im Sommer nirgends hin gefahren sind, fangen nun an, den vergangenen Sommer scheiße zu finden und beklagen sich in endlosen Tiraden darüber, dass es, wie die letzten zehn Jahre auch, den ganzen Sommer geregnet hat und “man nicht einmal mit der Steppdecke schlafen konnte” vor Kälte. “Hoffentlich bekommen wir wenigstens noch einen schönen Herbst.” Wir werden sehen. In Teil 3.

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2 thoughts on “12 frische Monate zwischen Like und Verhau 2/3

  1. RICHTIG schlimm ist es, wenn der heißersehnte Jahresurlaub bereits Mitte Juni hinter einem liegt und man sich bis Ende Oktober mit den Urlaubsberichten über Sonne, Sand, Meer und Abenteuer anderer Zeitgenossen herumschlagen muss…

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