Wo Schmetterlinge auf schlechte Laune treffen ist Analoglavendel nicht weit

Ich weiß, ihr löst gerade auf Facebook einen Mordfall bei “Criminal Case”, aber ich muss trotzdem mal kurz über das Leben lästern. Achtung Spoiler.

Es gibt ja diese Tage, die einfach nicht besser werden, egal wie halb voll man das Glas sieht, egal wie viele Klangschalenmassagen man an dem Tag schon hinter sich hat und egal wie sehr man versucht, sich an den Sprüchen vom Klo-Kalender zu erfreuen, auf denen steht, dass das chinesische Schriftzeichen für Krise gleichzeitig Chance bedeutet und dass jedes Blatt einem Wunder gleichzusetzen ist und du selbst schuld bist, wenn du an einer tödlichen Krankheit stirbst, weil du dein kleines Herzchen einfach zu lange erfolgreich vor solchen Wundern verschlossen hast.

Das einzig Gute an solchen Tagen ist schlicht, dass man sie nach unten meist nur schwer toppen kann und es egal ist, ob du etwas Schönes oder etwas Schreckliches oder etwas total Ödes machst, weil du sowieso alles mit derselben Grundangepisstheit erledigst. Warum also sich nicht einfach gleich eine wirklich ätzende Aufgabe suchen, die man sowieso vor Jahreswechsel noch erledigen wollte. Wie Motten töten. Motten, oder wie das Kind von Bekannten zu sagen pflegt, “mei schau, ein schöner Schmetterling”, rangieren auf der Beliebtheitsskala von ungebetenen Tieren im Haushalt auf gleicher Höhe mit Schnaken, sind aber fast noch ein bisschen widerlicher, da sich Schnaken zumindest nicht durch Verpackungsmaterial beißen, um alsbald rotzfrech aus deinen Cornflakes zu winken.

A. hatte gestern eine Mottensichtung im Nudelschrank und anschließend gut ein Dutzend mit der bloßen Hand erlegt. Puh, wie grauslich das staubt. Ich entschloss mich den subtileren Weg zu gehen und es erstmal mit Wattepads voller Lavendelöl zu versuchen. Na gut, ich hatte kein Lavendelöl, daher habe ich Eucalyptus, Terpentin und ein Öl aus der Apotheke, das man sich bei schweren Atemwegserkrankungen in einem Taschentuch auf die Nase presst, miteinander zu einer lavendelähnlichen Flüssigkeit vermischt. Man muss keine Motte sein, um den Geruch zu hassen, der nun wie eine beißende Säure aus jeder Schrankritze dringt.

Zweite lässige Aufgabe des Abends: diesen Blog auf Rechtschreib- und Kommafehler korrigieren. Es besteht ein gewisser Handlungsbedarf. Zuvor gibts aber noch eine Packung “Celebrations”. Auch hier besteht Handlungsbedarf. Schon morgen könnten die Motten drin sein.

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