To do or not to do – sorry für blödes Wortspiel, meine To-Do-Liste hat mir aufgetragen, das zu schreiben

Wenn “Klobürste kaufen” jetzt noch länger auf meiner To-Do-App steht, muss ich in meinem Leben etwas Grundlegendes ändern. Zum Beispiel, To-Do-Listen auch einzuhalten. Es hat sich zwar schon merklich gebessert und ich verschiebe neuerdings nur noch jeden dritten Eintrag über Monate hinweg auf den jeweils nächsten Tag, das kann aber auch daran liegen, dass es sich bei jedem Dritten besagter To-Dos um keine kleine Fitzel-Aufgabe handelt, sondern um ein Lebensprojekt. “Drehbuch schreiben”, “Segelschein” und “fünf Kilo abnehmen” erledigt sich schließlich nicht eben mal Sonntagabend zwischen Abendessen und Tatort.

Für anderes wiederum bin ich schlichtweg zu faul. “Haare färben”, ach, da muss man sich dann wieder überlegen, welche Farbe, welcher Frisör. Man erinnert sich, was alles schief gehen kann, so wie damals, als sie plötzlich knallschwarz waren und ich tagelang wie ein Emo rumlaufen musste. Ich verschiebs mal auf nächste Woche. Oder “überlegen, wann wir X und Y zum Essen einladen”. Ach nee,  überlegen muss heute echt nicht mehr sein. Nicht nach all den Überlegungen, die ich heute schon angestellt habe. Dann womöglich noch mit Kalender öffnen, merken, dass man wieder nicht all seine Termine konsequent mit denen von A. synchronisiert hat, Bewusstwerdung der eigenen Unzulänglichkeit und dem gesamten existenzialistischen Rattenschwanz, den das so hat – ich verschiebs mal auf nächste Woche und setz mir am Tag davor einen Reminder. “Update Mail schicken.” Was hab ich mir dabei denn gedacht? Update von was? Und an wen schick ich es? Löschen.

“Geschenk für Samariter kaufen.” Wie bitte? Achso, ja, mach ich. In zwei Wochen ca. “Pixibuch für A. bestellen.” Pixibuch… Hat mir da die Autocomplete einen Streich gespielt? A. ist seit über 30 Jahren raus aus dem Pixibuchalter. Naja, irgendwas werd ich mir wohl dabei gedacht haben. Ich bestell’s einfach mal. Vielleicht erschließt sich mir der Grund, wenn ich es in den Händen halte. “Kalender mit dem von A. synchronisieren.” Sollte das tatsächlich der Tag sein, an dem links über der App dieses kleine vibrierende “x” erscheint?

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