Die Weihnachtsneurotiker

Entgegen der vorherrschenden Weihnachtsverdrossenheit kann ich nur sagen: Weihnachten, i mog di. Ich freue mich schon in dem Moment auf das nächste Weihnachten, an dem das letzte gerade vorüber ist und bin entzückt über jedes noch so kleine Indiz, dass es bald wieder soweit ist. So habe ich auch die Tatsache, dass bereits im Oktober die ersten Spekulatius in den Regalen liegen, mit äußerstem Wohlwollen goutiert. Und aus demselben Grund stehe ich auch uneingeschränkt hinter Weihnachtsfernsehwerbung, Weihnachtsbeleuchtung, Wham!, aus Ästchen geformten Hirschchen, die man unter den Christbaum stellen kann…
A propos Hirschchen – trotz deren Süßheit stoßen sie leider nicht bei allen Personen im Haushalt auf große Gegenliebe. Torpedierungsversuche gegen den Hirschkauf beinhalten meistens die Begriffe “Kitsch” und “sinnlos”. Ich habe trotzdem angefangen eine kleine Herde zusammenzusammeln, mein nächstes Ziel sind die Hirschen, die hinter sich auch noch eine kleine aus Ästen geformte Kutsche herziehen. Damit erreicht die Hirschherde eine völlig neue Qualität.

Was Weihnachtsdeko betrifft, bin ich ja normalerweise unprätentiös. Alles was golden glitzert oder/und eine Kugel ist oder ein Stern, eine Schneeflocke, eine Christkindfigur oder eine Schnapspraline mit Aufhängelasche kommt auf den Baum. Meine Mutter bzw. “das Christkind” verbringt jedes Mal mehrere Stunden einzig und allein damit, einzelne Lamettafäden auf die Äste zu hängen. Versuche, ihr beim Schmücken zu helfen enden grundsätzlich damit, dass sie anschließend Ewigkeiten hinter mir nacharbeiten muss. Sie hätte sich auch sicher keine grüne Lichterkette aus dem 1-Euro-Shop aufgehängt. Ja, schon gut, sie hat den schöneren Baum. Zumindest bis zu jenem Tag, Anfang Januar, an dem sie ihm mit dem Brotmesser die Äste absägt, damit er besser in den Müllsack passt.

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