Die Fraggles, der Krieg, ein paar Kanonen und ich

Na gut, dann hab ich eben die Rindssuppe eben aus Versehen durch ein benutztes Geschirrhangerl püriert, das kann aber trotzdem nicht über die Bedeutung des großen Ereignisses hinwegtäuschen, dass ich wieder einmal etwas einigermaßen Kompliziertes selbst gekocht hatte. Zugegeben das andere Hauptereignis des heutigen Tages – Nationalfeiertag in Österreich – ist relativ schnell an Relevanz zu toppen. Auf dem Heldenplatz wurden wieder einige Gerätschaften zur Landesverteidigung hervorgezerrt, wenn auch, Sparzwängen geschuldet, diesmal wohl nicht ganz so üppig wie die letzten Jahre. Heißt wohl im Klartext: weniger von diesen puschelig-verzotteltem in Tarnnetzte gedressten krampusartigen Erscheinungen, die entfernt an die Fraggles erinnern. Schade. Die waren lustig. Um das Heer müsse man sich aber trotzdem keine Gedanken machen, frohlockten diverse Radiosender – das Publikum sei begeistert und künftige Interessenten gäbe es auch reichlichst. Puh, gerade nochmal Glück gehabt angesichts “der Gefahr”. An Panzern fände er “geil, dass da vorne so Feuer rauskommt”,  verkündet zum Beispiel eine zehnjährige Rekrutenhoffnung. Gut, Feuer, das irgendwo rauskommt, hat natürlich per se einen gewissen Reiz.
Auch ich als bekennende Pazifistin stand seinerzeit in Portsmouth vor der Entscheidung, ob ich nach der Besichtigung der HMS Warrior, der Victory und des Royal Navy Museums die kleine, die große oder keine Harbour Tour zur britischen Kriegsflotte mitmache. Natürlich machte ich die große. Aber lenke ich heute ein Kriegsschiff? Nein! Das einzige was mir geblieben ist ist ein infantiler Spleen, mich seither gerne vor Kanonen fotografieren zu lassen. Wenn das reicht, um die Stimmung in diesem Land noch weiter anzuheizen und die Zukunft dieses netten Heeres in den fröhlichsten Camouflagefarben an den rot-weiß-roten Himmel zu schreiben stelle ich mich gerne auch als neue Rekrutinnenhoffnung zur Verfügung. An Bewerbungsfotos vor Kanonen sollte es nicht mangeln. Gerne will ich meinen Teil dazu beitragen, dass sich dieses Land (noch) sicherer fühlt.
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