Föhnfrisuren voll Dankbarkeit und Eloquenz

Keine fünf Minuten sitz ich am Haarwaschbecken beim Frisör, als sich auch schon folgendes geistreiche Gespräch entwickelt.
“Passt die Wassertemperatur?”
 “Ja, passt.”
 “Dankeschön!”
 Pause
 “Soll ich normales Haarshampoo nehmen oder das super deluxe Shampoo für die Frau von Welt?”
 “Das normale bitte.”
 “Dankeschön!”
 Pause
 “Soll ich die Haarkur für trockenes Haar hineingeben?”
 “Ok.”
 “Dankeschön!”
 Pause
 “Passt die Wassertemperatur?”
 “Ja.”
 “Dankeschön.”
 Wir ziehen um zum Haarschneideplatz.
 “Was schneiden wir denn heute?”
 “Äh ja, da ungefähr so viel weg und da ungefähr so viel.”
 “Dankeschön!”
 Dann überlege ich 25 Minuten zwanghaft, welches Gesprächsthema ich wohl anreißen soll. Die Sorge um das Gespächsthema weicht schließlich der Sorge um mein abstehendes Ohr, das gefährlich in der Schusszone steht.
 “Soll ich föhnen oder föhnen Sie?”
 “Ich föhne!”
“Dankeschön!” Und fügt in verschwörerischem Tonfall hinzu: “Dann merkt man auch gleich, ob man mit der Firsur umgehen kann”. Zwinker.
Äh, bitte? Ich habe eine Kurzhaarfrisur! Und das auch schon seit drei Jahrzehnten.
Als ich fertig bin mit Föhnen bedanke ich mich noch fürs Schneiden. Sie strahlt mich an: “Nein, ICH muss mich bedanken!” Gut, alles andere hätte mich auch überrascht.
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